Betriebsanleitung für das Minimum

Betriebsanleitung Stand 6/2015

Das Minimum ist in ca 15 Min an den aufgebauten Drachen angebracht und startklar. Hierfür bedarf es ÜBUNG.

Wer sein Minimum nur einmal pro Jahr fliegt hat diese Übung für gewöhnlich nicht und richtet sich deshalb besser strikt an diese Anweisungen.

Mindest- und Maximalgewichte und Flugeigenschaften

Wie jedes Fluggerät reagieren Minimums empfindlich auf Änderungen in der Zuladung.

Wenn dies nicht anders und ausdrücklich im Kennblatt vermerkt ist dann eignen sich Minimums für Piloten mit einer Körpermasse von 70-90 Kg (Nacktgewicht). Es kommen Flächen mit 13,5 bis 17qm zum Einsatz.

Piloten und PilotInnen, die ausserhalb dieses Bereichs sind fliegenen tweder nicht oder nur mit speziellen, eigens für ihre Gewichtsklasse gebauten  Anfertigungen oder mit geringen Mengen von Ballast. Piloten unter einem Mindestgewicht von 65 Kg sind fürs Minimumfliegen wegen des ungünstigen Verhältnisses aus Motorgewicht zur Pilotengewicht nicht geeignet. Dieses Verhältnis verschlechtert sich demnach bei Verwendung älterer Motoren weiter (Solo, Hirth F33, etc). Piloten über 95 Kg fliegen problemlos grössere, verstärkte  Flächen (Discus 15S, 14S, MilanM, BICO von Bautek, VR, VRQ, etc.). Das Problem geringen Pilotengewichts lässt sich NICHT über die Verwendung kleinerer Flächen lösen!

1. Präambel Sicherheit und Verantwortung

Minimumsysteme sind durch soliden Drachenbau, geringes Gewicht, starke Fahrwerke  und Stahlverspannungen besonders stabile Leichtflugzeuge. Das Fliegen und Landen  innerhalb begrenzter Geschwindigkeitsbereiche und das Landen mit tiefem Schwerpunkt auf verhältnismäßig  grossen Rädern sorgt seit 30 Jahren für eine, im Vergleich mit jedem anderen Luftsportgerät, doch sehr angenehme Unfallstatistik.

Leider beobachten wir genau aus diesen Gründen, dass Minimumflieger Wetterrisiken unterschätzen, sich in der Luft aber auch bei der Wartung zu relaxed gebaren und oft erst dann zu Reparaturen durchringen, wenn Wartungsmängel bereits zu Ausfällen geführt haben.

Sicher sprechen diese Beobachtungen für einen hohen Grad dessen, was man einem Minimum alles zutrauen bzw. zumuten kann. Wünschen würden wir euch aber Spass am ideal eingestellten, sicheren  Minimum mit Bügel unter der Brust und mehr  Problembewusstsein bei den immerhin über 400 aktiven Pilotinnen und Piloten. Diese Hinweise klingen also zunächst sehr bürokratisch, sind aber ernst zu nehmen.

Das Minimum ist ein Drachen mit Hilfsmotor für Aufstiege mit bis zu 3m/sec und kleinere Ziel-Rück Luftwanderungen im 50-100 km Radius  im Bereich zwischen 50-80km/h. Konstruktion, Tankinhalte, Massen, Sicherheitsvorkehrungen, Prüfintervalle  und Ausstattung entsprechen genau diesem Zweck. Wer sich mit dem Minimum  auf kleinste Startwiesen verlässt, absichtlich Tiefflüge absolviert, Hindernisse nur knapp umfliegt, unzulässig viel Benzin mitführt  und bis in geringe Höhe steile Kurven zieht, Gewitter umfliegt, vielstündige Langstrecke fliegt, Schnittgeschwindigkeiten schneller Trikes anstrebt oder Ozean oder Alpenüberquerungen  durchführt, ist und bleibt ein Abenteurer. Ein 175 ccm 2 Takt Motor ist eine Aufstiegshilfe und ermöglicht schöne Spazierflüge. Er ist kein zetrifiziertes Triebwerk, d.h. sichere Startvorgänge immer gegen den Wind,  Mindesthöhen im Gleitwinkelbereich zum motorlosen Erreichen einer Landewiese und drachenfliegerisches Gespür für Gefahren  sind essentiell. Die Fa. A-L-F steht für Spaß am Minimumfliegen, rät von  bereits  vielfach erfolgten Abenteuern  ab und kann auch Euer Risiko bei solchen Unternehmungen nicht tragen. Dies hängt auch hiermit zusammen:

Obwohl bekannt ist, dass Ultraleichtflugzeuge regelmäßig gewartet werden müssen und Veränderungen am System zu Erlöschen von Betriebserlaubnis und Versicherungsschutz führen können, haben wir in der Praxis praktisch immer wieder mit Basteleien zu tun, die sich die Halter zwar zutrauen, die aber zu von Ihnen nicht erwarteten Gefahren im Betrieb führen können. Stossen die Füße am Spornseil an? Tun sie es vielleicht erst nach dem Start? Ist mein Gurt ungeeignet, weil der ein aerodynamisches Fußteil hat? Kann man bei gegebener Schubstangenlänge überhaupt noch ausflairen? Löst dieser Fallschirm wirklich so noch aus, wenn er so festgemacht wird? Ist dieser Gaszug wirklich 20 Jahre alt? Wie alt sind die Gummis und Tankseile, die Federschnapper? Warum ist dieser Auspuff mehrfach geschweisst? Warum können die Fliegermeister  mit dem Fahrwerk lenken nur ich komm nicht zurecht? Krieg ich wirklich mindestens 1,5 Meter/Sek Steigen zusammen? Hängt die Batterie da brandsicher?  ist die  150 kg Rettung genug? Sollte ich wirklich so viele Zusatztanks anbringen?

Besonders wer sich auf dem Gebrauchtmarkt bedient sollte vor Testflug genau überlegen inwieweit die Betriebssicherheit des Minimums besteht oder eher überprüft werden muss. Wir sind gerne zu Auskünften und Beratung da. Spass und Sicherheit gehen vor!

Das ALF-Minimum ist eine Weiterentwicklung des Schwarze Minimum, welches bis Oktober 2010 von der Firma  NS-T. (Norbert Schwarze) hergestellt und Musterbetreut wurde. Die Betriebsanleitungen der Firma NS-T., die bis dahin ausgeliefert bzw. veröffentlicht wurden  bleiben für die alten  Muster generell in Kraft.  Ab Oktober 2010 gelten  ergänzend bzw. für alle neuen Muster  die untenstehende Betriebsanleitung mit ihren Vorschriften zur Wartung und Überprüfung der Lufttüchtigkeit. Sie ergänzen die bis zum Oktober 2010 geltenden Betriebsanleitungen, wie folgt:

2.Individuelle Einstellungen auf Gewicht und Körpergröße sowie  Betriebsgrenzen und Prüfintervalle der TRAGWERKE:

Grundsätzlich gilt: Minimumsysteme unterscheiden sich nicht nur von Kennblatt zu Kennblatt sondern sind in gewissen baulichen Grenzen auch individuell auf die Körperabmessungen von Pilotinnen und Piloten anzupassen. Geräte mit VG sind so einzustellen, dass die VG Stellung im Flug nicht verändert werden muss aber die Abspannung genügend halt am Boden und in der Luft geben und  einen jederzeit sicheren Betrieb zulässt. VG Seile sind sicher zu Fixieren um ein Einwickeln in den Propeller unbedingt zu verhindern. Beinlängen und Körpergewichte haben Auswirkungen auf Hebellängen und Drehmomente im System Pilot/Fahrwerk/Tragwerk. Dies bedeutet: Sichere Bereiche von Verspannungslängen können sich mit unterschiedlichem Pilotengewicht verändern. Genauso treten regelmäßig Probleme auf, wenn grösere Piloten Systeme kleinerer Piloten fliegen wollen und umgekehrt, weil die Körperlängen dann die Anpassung der Systemgeometrie erfordern. Deshalb ist es nicht zulässig, Änderungen an Gurtzeugen, Schubstangen, Schubrohren, Basis  oder Abspannungen vorzunehmen ohne eine Kompatibilitätsprüfung durch einen sachverständigen Prüfer mit Erfahrung im Minimumbau sowie einen Testflug vom Stückprüfer mit anschliessendem Unbedenklichkeitsurteil durchgeführt zu haben. Bitte unbedingt Rücksprache mit dem Musterbetreuer halten!

Grundsätzlich gilt: Das Tragwerk des Minimums wird  in Deutschland entweder beim Deutschen Hängegleiter Verband DHV mit Gütesiegel und Lasttest versehen und technisch überprüft oder das Tragwerk stammt von einem UL-Hersteller und ist als Trike Fläche mustergeprüft mit maximaler Abflugmasse, Geschwindigkeitsbereichen  und Prüfbestimmungen  bereits vor Einsatz als Minimum im Einsatz. In beiden Fällen erfolgten einschlägige Lasttests.  In beiden Fällen muss eine Betriebsanleitung für das Tragwerk vom Tragwerkhersteller vorliegen, die diese Minimum-Betriebsanleitung ergänzt.

Den Betriebsgrenzen und Herstellerhinweisen für die Flächen  ist  im Minimumbetrieb  unbedingt Folge zu leisten. Für das Minimum Tragwerk gelten grundsätzlich die Betriebsbestimmungen und Betriebsgrenzen der Tragwerk Hersteller, wenn dies im Kennblatt nicht anders vermerkt ist. Lastgrenzen und entsprechende Hinweise finden sich im beim www. DULV.de  unter der Rubrik „Fussstart“ veröffentlichten zu jedem Minimum zugehörigen Kennblatt. Die Tragwerke aller Minimums sind belastungsbedingt  im einjährigen Rhythmus vollständig technisch zu überprüfen. Dabei sind alle Bestimmungen der Tragwerkhersteller für Nachprüfungne genau einzuhalten. Minimumpiloten müssen sich regelmäßig mit den HIER aktualisierten Betriebsanleitungen UND  den individuellen Betriebshandbüchern der Tragwerkhersteller, den Sicherheitshinweisen des DULV und DAeC  auseinandersetzen und AUCH die Sicherheitsmitteilungen des DHV DAeC beachten. Die beim Minimum  jährliche Überprüfung richtet sich den Arbeitsschritten nach nach den Prüfanweisungen für Ultraleichtflugzeuge des DULV (PAULS). Überprüfung ist auf dem Segel kenntlich zu machen und (etwaige Mängel und ihre Beseitigung) vom Halter oder seinem beauftragten Sachverständigen schriftlich in angemessener Form einer Nachprüfung zu dokumentieren. (z.B. Struktur, Beschläge, Verspannungen, Nähte, Abspannhöhen der Segellatten).  Bei Fragen hierzu steht die Fa. ALF gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.

GURTE: Nicht jedes Hängegleitergurtzeug ist geeignet. Lange Fußteile, oder komplexe Carboneinschübe, alte Karpfengurte, Gurte mit 6 Abspannungen usw. sind ungeeignet. Bitte vor dem Testflug mit dem Hersteller Eignung prüfen! Die Schubstangen sind professionell mit jeweils pro Seite 2 gegenseitigen Stahlplatten am Gurt zu befestigen und gegenzuschrauben bzw, zu vernieten.

3. Das Minimum besteht aus Basis-Fahrwerk,  Sporn- und Schubrohrgestell mit Motorträger bzw. Motor-Einheit und der Verseilung mit Kabelstrang und Bedienelement. Wahlweise  kann ein Turmcontainerfallschirm oder Gurtfallschirm mit OBLIGATORISCH jeweils einem NOT-Aus verwendet werden. In der Regel werden Gurt-Fallschirme mit 150-230 Kg Anhängelast verwendet. Mehrere Tankalternativen kommen zum Einsatz. Seit 1.1.2011 sind alle Minimums mit einem Fallschirmgriff-Motor-AUS Schalter zu versehen. Diesen gibt es als Kurzschlussschalter im Bootszubehör zu kaufen. ALLE Minimums sind ausnahmslos nachzurüsten! Wer dies bislang nicht tat kann den Schalter auch ohne uns zum Beispiel bei Ebay unter Quick Stop Schalter kaufen.  Kurzschlussschalter mit Gummikappe und Masseschluss an der Zündspule sind geeignet. Der Zug am Auslösegriff des Schirms muss unverzüglich den Motor stoppen.

4. Aufgebaut wird das Minimum je nach Erfahrungen in etwa 15-20 Minuten nachdem das Tragwerk vollständig montiert wurde  und die Kielrohrverlängerung entfernt wurde. Beim Aufbau des Flügels ist gleich am Anfang zu beachten, dass die Fahrwerksklötze auf die Basis geschoben werden. Je nach Neigungswinkel des Trapezes sind die Klötze vor oder hinter der Basis mit Durchführungen für die Fahrwerksbeine versehen. Hierfür werden zuvor zwei Plastikaufnahmen rechts und links etwa 10 cm vom Basisende aufgeschoben und mit Rundklemmen arretiert. Erst dann wird der Drachen zusammengebaut. Bei Starrflüglern wird häufig eine Kielflosse verwendet. Der Carbon-Flossenaufsatz ist auf Beschädigungen zu prüfen und wird bevor die Basis montiert wird über die hintere Unterverspannung auf den Kiel geschoben und arretiert. Dies kann nicht mehr in aufgebautem Zustand erfolgen.

5. Jetzt wird der Drachen auf die Nase gestellt damit die Seile der Seitenverspannung später entspannt an der Flügelunterseite rechts und links in die Halteseile per Karabiner geschlauft werden können. Die Karabiner sind nach dem Einhängen stets zu sichern! Wer einen Starren aufbaut stellt diesen auf den Überschlagschutz (Rohraufsatz Nase) und kann dann zu erst den Motor an den Kiel anbringen, da er auf einem Doppelrad steht und nicht umkippen kann.  Ein Hocker unter der Nase verhindert zu viel Spannung auf den Abspannseilen.

6. Zunächst wird aber das Sporn-Fahrwerk von hinten an die Fläche geschoben und mit einem gelochten Bolzen das Hauptschubrohr an den Kiel angebracht und unbedingt per Schraubmutter und Splint gesichert. Hierbei unbedingt die Anbringung am Kiel auf Schäden prüfen. Baut man in der falschen Reihenfolge ab kann der Motor am Fahrwerk umkippen und den Kielklotz mit dem Kiel beschädigt haben.

Steht das Fahrwerk gesichert hinter dem Drachen werden die Halteseile mittels  Karabiner rechts und links am Flügel eingeschlauft. Dies sollte mit wenig Kraftaufwand gelingen. Kauschen auf Verdrehen untersuchen! Karabiner sichern! Nun die beiden Basisfahrwerksbeine durch die Klötze an der Basis schieben, an die Seitenrohre anlegen und per Gummiseile (mind 8mm) mit mindestens 6 Schlaufen um die Seitenrohre so fest wickeln, dass sich die Räder noch gut lenken/bewegen lassen! Anschliessend Gummis gegen Verrutschen nach unten per Splint sichern (entfällt beim neuen Fahrwerk). Lenkhebel ineinander stecken  Fahrwerksbeine gegen Nachuntenfallen aus den Plastikklötzen unbedingt mit Haltesplint sichern. Darauf achten, dass das nicht gelenkte Fahrwerksbein i.d.R rechts ca 30 Grad nach rechts oder links auslenken kann.

7. Nun kann der Motor von Hinten auf das Hauptschubrohr geschoben werden. Er arretiert über 2 Federnippel  selbsttätig. Andernfassl besteht ein Sicherungsbolzen. Immer den beidseitigen Austritt der Federschnapper um mindestens 6mm aus dem Rohr kontrollieren! Dann wird der Motorbolzen an den Haltearmen des Motors durch das Spornrohr gesteckt, verschraubt und zusätzlich gesichert (Splint).

8. Der Kabelstrang wird am Hauptschubrohr entlang bis zum Trapezkopf per Klettband befestigt und am rechten Trapezseitenrohr zur Basis geführt und dort aufgesteckt und gesichert. Der Kiel muss sich um die Querachse (Nicken) jederzeit frei von der Gabel des Hauptschubrohrs lösen können und zwar soweit, dass die Drachennase den Boden berührt! Niemals irgendwelche Kabel oder Leitungen über den Kiel führen!!!!! Alle Kabel so anbringen, dass sie auch im Flug nicht über den Kiel schlaufen können. Lebensgefahr!

Der Tank wird per Tankrucksack am Hauptschubrohr vor oder innerhalb der Spornverspannung befestigt. Benzinleitung entlang des Hauptschubrohrs zum Tank führen und fest verschrauben (entfällt am neuen Minimum wegen Steckverbindern). Die Benzinleitung vorher unbedingt entlüften bis zum Vergaserflansch! (sonst droht Startabbruch bei Blasenbildung).

9. Tankleitung per Tankentlüftung unter Druck setzen (einblasen). Luftblasen aus der Leitung entfernen. Membranvergaser: Membran über Öffnung 0,5 cm einschieben anschliessend über einblasen in die Benzinleitung am Tankdeckel  füllen. Nun ist der Vergaser im Kaltstart Modus. Der Motor startet nach einmaligem laufen tagsüber weiterhin immer zuverlässig.

10. Erst jetzt die Batteriepole anstecken und sichern! Das Minimum wird nun über Schnellverbinder und die beiden Schubstangen mit dem Gurtzeug verbunden und gesichert. Alle Steck- und Schraubverbindungen überprüfen.  Bei allen Arbeiten am Minimum immer die Batteriepole abziehen!!!! Vorsicht bei Minimums die für Klappprops vorgesehen wurden kann auch bei Zündung aus der Anlasser betätigt werden. Dies ist zum  vorsichtigen Ausklappen des Propellers notwendig. Beim Starren ist vor dem Start auf eine Klappenstellung von 15 Grad zu achten. Beim flexiblen Drachen wir die VG , falls vorhanden auf ca 30-50 % gespannt und arretiert. Das Seil darf in keinem Fall so lange sein, dass es in den Propeller geraten kann!

 

Das Minimum ist erst dann abflugbereit nachdem folgende Checks immer durchgeführt wurden:

1. Der Kontrolle aller Schraub- und Kabelverbindungen des Minimums und Propellers, Luftfilter gegen Verdrehen in den Propeller gesichert?

2. Zündungsschaltertest

3. Warmlauf

4. Vollgastest

5. Vorflugcheck des Flügels und des Minimums und des Gurts mit Schirm.

6. Check aller Bedienelemente, alle elektrischen Verbindungen.

7. Check der freien Beweglichkeit des Kiels um die Querachse des Fluggerätes.

8. Kraftstoff ausreichend für Flugplan, 1:50 synthetisches 2Takt Öl und System dicht?

9. Gurt mit Fallschirm verbunden und gesichert?

10. Seitenschubstangen beide vorne und hinten fest/gesichert?

11. Einstellungen Gurt: Aufbocken mit Schaumklotz ca 30cm. Gurtaufhängungshöhe 5 cm über Basis, dann Aufhängungslage in Flugposition, d.h. Kiel mit Schaumblock ca. 30 cm über der Gabel fixieren? Stösst Fussende an Verspannung des Spornrohrs oder an Spornrohr – dann nicht starten! Im Zweifelsfall ALF kontaktieren!

12. Einstellungen Seitenverspannungen bzw. Variable Geometrie: 40% VG spannen. Solange aufgebockt ist: Beide Flügelenden anheben bis die Unterverspannung des Tragwerks gespannt ist: Die Verspannungen der Motorgondel dürfen dabei nie  völlig straff werden. Keinesfalls dürfen sie straff werden  bevor dies die Unterverspannungen des Tragwerks tun. Im Zweifelsfall ALF kontaktieren! Darauf achten, dass das Seil der Variablen Geometrie VG nicht in den Propeller geraten kann!!. Ende an Trapezseitenrohr befestigen. Länge genau prüfen und im Flug im Auge behalten!

13. Gurtverstellung fixiert, Beinschlaufen zu?

14. Anbringung Minimum-Hauptrohr an Kiel immer überprüfen. Ist die Aufnahme am Kiel verbogen, Risse?, Spiel? Dann instandsetzen vor Start.

15. Nur gegen den Wind starten. Ab 10-15 Knoten  nicht mehr starten. Prinzipiell beim Start gerade heraus deutlich Überfahrt aufnehmen und nach dem Abheben weiter ziehen.  Vollgas bei Black Devil Motor wegen des Propellerdrehmoments eher vermeiden. Je leichter der Pilot desto weniger Gas erforderlich.

 

Abbauen des Minimum Systems

Abbauen erfolgt grundsätzlich in umgekehrter Reihenfolge.

1. Gerät gegen den Wind auf die Nase stellen, dabei auf ausreichende Spieräume für Gaszüge achten. Notfalls Hocker unter Nase stellen.

2. Räder gegen rollen sichern, z.B. durch Gummis-Aushängen und Beine umklappen

3. Turmrettung demontieren falls vorhanden.

4. Starrflügler: Immer zu erst die STEUERSEILE aushängen.

5. Batterie abklemmen, Benzinleitung abklemmen

6. Gastzug demontieren und um Propeller in weiten Bögen legen.

7. Motor demontieren,ablegen auf Carbonteil nie am Auspuff tragen oder auf Auspuff legen (Gummipuffer reissen)

8. Schubstangen demontieren, Gurt demontieren

9. Fahrwerkseile am Flügel aushängen und locker um Kielauflage wickeln.

10. ggf. Tank und Batterie entfernen

11. Kielbefestigung lösen und hinteres Fahrwerk wegfahren, ggf. Zusammenklappen. Vorsicht keine Knicke machen.

12. ggf. Nasensporn aushängen und Drachen um 180 Grad aus dem Wind drehen, dort nach Flügel- Betriebsanleitung abbauen.

Vor dem Entspannen eines Starren IMMER Steuerseile aushängen.

13 Beim Abbauen darauf achten, dass die Minimumbeschläge am Kiel ausreichend gepolstert werden (Transportschäden).

 

 

Wartungshinweise

Über alle Wartungen ist ein Flugwartungsheft zu führen!

Neumotor: Nach 2-3 Std: Zylinderkopfschrauben gemäß Anleitung des Motors nachziehen bzw checken!

Vor jedem Start: Alle Steckverbindungen der Elektrik prüfen. Luftfilterhalterung und Auspuffhalter prüfen.

Sind die Auspufftöpfe ineinander gesteckt und drehbar? Sitzt die Kautschukmuffe gut?

Motor(Kerzenbild)  ggf. abfetten (nur in 1/8 Umdrehungsschritten) Kerzenbild bei Vollgas nach 15 Sekunden checken

Bei Vollgastest IMMER Minimum mit Seilen und mehreren Helfern sichern!!!

Alle Befestigungen und Gummiteile checken!

Nach 50 Std oder einer Saison

ggf. Membranen und Keile wechseln im Vergaser bzw Schwimmerstand kontrollieren

Ventile am Ansaugtrakt wechseln

Tanksieb, Luftfilter reinigen

Gaszug checken auslöten oder wechseln

Bereifung überprüfen. Lagersitze

Alle Steckverbindungen der Elekrik prüfen.

Befestigungen am Gurtzeug prüfen.

Benzinleitung hart?  wechseln

Auspuffedern wechseln und sichern. Bolzen überprüfen

Kerze wechseln, Stecker überprüfen und sichern

Gummiseile und Lenkungssplinte prüfen.

Seile und Kauschen prüfen.

Viele  Minimums haben bereits 1000 Flugstunden absolviert. Bei guter Wartung und 98 Oktan, gemäßigten Drehzahlen sowie weniger als 5% Ethanol und Synthetiköl sind sehr lange Lebenszeiten üblich.

Mischungsverhältnis 1: 40!!!. Wer zu viel Öl vertankt, der nimmt hohe Benzinverbrauche, starke Ablagerungen und Schäden am Motor in Kauf!!!

In den Tropen oder Australien bei hoher Temperatur und Feuchte  1: 35

Der Verbrauch steigt mit dem Gewicht und Widerstand. 80 Kg Piloten verfliegen um die 3,4 Liter pro Std. Hiermit sind 2 Std plu Reserve realistisch. 120 Kg Piloten verfliegen dagegen  bis zu 5,3 Liter pro Stunde.

 

FAST alle Havarien von Minimums gingen bislang für die Piloten relativ glimpflich aus.

annähernd 100% waren auf Aufbaufehler oder Wartungsversäumnisse zurückzuführen.

Wartung ist ALLES in der Fliegerei auch beim Minimum

 

Starthinweise (nur für Scheininhaber(innen)

Gültige Lizenz und Versicherungen vorher erwerben!

Start erfolgt stets genau gegen den Wind, ausrichten!

Bei > 20km Wind nicht mehr starten, weil auch überlegt werden muss, was der Wind mit einem nach dem Ausrollen bei der Landung macht! Bis zum Aushängen kann der Flügel ja nicht wie beim Trike tief aus dem Wind angestellt werden.

Nicht in Unebenheiten oder Maulwurfslöcher einfahren und versuchen das Gerät mit Motorkraft herauszuzwingen (horizontale Überlast auf Fahrwerksbeinen)

Lee Rotoren von Hindernissen beachten!

Anrollstrecke zum Ausrichten der Fahrwerksbeine in Windrichtung nutzen!

Keine Hindernisse beim Taxiing? Zur Not ins Gras fahren zum Abbremsen

Taxxiing erfolgt immer mit 5kmh so dass leicht gelenkt werden kann. < 5kmh wirkt die Lenkung schlecht.

Bahn frei? Mit Halbgas anrollen, Richtung halten, Kontrollblick auf Luftraum, Windsack und Horizont. Aus der Fahrt von etwa 10km nun 3/4  Gas geben, Umgreifen auf Basis wenn Fläche beginnt zu tragen,  dabei Basis leicht ziehen sobald dies noch auf der Bahn möglich wird.

Mit Überfahrt abheben und Basis umgehend heranziehen bis Gerät auslevelled . Zügig steigen und Platzrunde verlassen.

Sicherheitshinweise Wdh. :

Das Minimum ist ein Drachen mit Hilfsmotor für Aufstieg und kleinere Luftwanderungen im Bereich zwischen 50-80km/h. Konstruktion, Tankinhalte, Massen, Sicherheitsvorkehrungen, Prüfintervalle  und Ausstattung entsprechen genau diesem Zweck. Wer mit dem Minimum Gewitter umfliegt, vielstündige Langstrecke fliegt, Schnittgeschwindigkeiten schneller Trikes anstrebt oder Ozean oder Alpenüberquerungen plant und durchführt ist und bleibt ein Abenteurer. Die Fa. A-L-F steht für Spaß am Minimumfliegen, rät von solchen vielfach erfolgten Unternehmungen dringend ab und kann auch Euer hohes Risiko bei solchen Unternehmungen nicht tragen.

Viel Spaß Euch allen weiterhin!

 

 

 

 

 

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